Die Klybeckstrasse führte vom Bläsitor zum Klybeckschloss. Die beiden Bauwerke sind längst abgerissen. Umso wichtiger sind die Spuren, die von der Entwicklung der chemischen Industrie zeugen.

An der Stadtmauer Richtung Norden stand im Kleinbasel das Isteinertor, später zum Bläsitor umbenannt. Die Strasse stadtauswärts war die Klybeckstrasse.
Blicken wir aus Kleinbasel Richtung Bläsitor sehen wir links den Bläsierhof.

Beim Bau von Kleinbasel um 1238 wurde an dieser Stelle der St. Bläsierhof («Bläsihof») errichtet: Verwaltung des Baselamts von St. Blasien und wichtiger Zulieferer von land- und forstwirtschaftlichen Gütern für Basel. Das begüterte Kloster aus dem Schwarzwald beteiligte sich finanziell am Bau der ersten Rheinbrücke und wurde dafür vom Brückenzoll befreit

Das Gebäude lag unmittelbar am hinteren Teich, einem der drei Hauptstränge des Riehenteichs. Das Kanalsystem wurde bei der Stadtgründung von Kleinbasel im 13. Jahrhundert angelegt. Bis 1910 lieferte es Energie für bis zu 64 Wasserräder.
Im 19. Jahrhundert färbte in diesem Gebäude Alexander Clavel und später sein Sohn Textilstränge, vorab Seide.

In der ehemaligen Wegnerschen Seidenfärberei, die sich am krummen Teich gegen den Claraplatz hin befand, entwickelte Alexander Clavel in einem Laboratorium die ersten Anilinfarben aus Teeröl und Arsenik. Wegen schädlichen Immissionen musste er die Fabrikation von Fuchsin 1863 einstellen.
Er kaufte an der Klybeckstrasse eine grosse Parzelle, auf der er eine Anilinfarben- und Seifenfabrik errichtete. 1873 verkaufte er die Fabrik an Bindschedler & Busch – die Vorläuferfirma der Gesellschaft Chemische Industrie Basel (CIBA).
Betriebe Basel-Stadt 1870 nach Branchen:
Quelle: Sarasin 2001. Die Tabelle enthält nur Betriebe mit mehr als zehn Arbeitern und nur solche, welche über eine zentrale Energiequelle verfügten.
| Branche | Zahl | Arbeiter: innen | pro Betrieb | Wasser-PS | Dampf-PS |
| Seide | 28 | 515 | 184.1 | 224 | 1021 |
| Chemie | 3 | 147 | 49 | 220 | |
| Metall | 12 | 542 | 45.2 | 35 | 110 |
| Bau | 12 | 366 | 30.5 | 15 | 108 |
| Übrige | 9 | 431 | 47.9 | 137 | 33 |
| Total | 64 | 664 | 411 | 1492 |

Das Klybeckschlösschen am Ende der Klybeckstrasse, die 1293 erstmals in einer Urkunde erwähnt wird. Wahrscheinlich gab der Bauherr Chlueb den Namen für das Chlueb-eck. Die Endung -eck wurde später angehängt, analog zu andern Burgen.