
Rund 100 Menschen haben am Donnerstag vor dem Basler Rathaus gegen die Aufhebung der Superblocks im Matthäus und St. Johann protestiert. Und vom Regierungsrat griffige Klimamassnahmen verlangt.
Im St. Johann und im Matthäus wurden vergangenen Herbst Superblocks eingerichtet. In ein paar Quartierstrassen wurde der Autoverkehr stark eingeschränkt. Dafür erhielten die Menschen mehr Bewegungsfreiheit und auch mehr Ruhe. Hunderte Anwohner haben mit Pflanzen, Möbeln, Spielen und Veranstaltungen zur Belebung der Superblocks beigetragen.

Diese Reduktion des privaten Autoverkehrs und die Entsiegelung und Begrünung von Quartierstrassen ist eine von vielen und schon lange geforderten Massnahmen gegen den Klimawandel. Im aktuellen Hitzesommer wurde besonders deutlich, wie dringend derartige Massnahmen sind. Der Kanton beharrt jedoch auf dem Rückbau der Superblocks per Ende August – noch bevor die Ergebnisse und Erfahrungen ausgewertet und diskutiert worden sind. Und ungeachtet einer Petition mit mehr als 3’200 Unterschriften für die Weiterführung der Superblocks.
Gegen die kompromisslose Haltung der Regierung und die jahrzehntelange Tatenlosigkeit der Politik gegen den Klimawandel richtete sich die Klima-Mahnwache auf dem Marktplatz. Organisiert wurde die Kundgebung vom Verein Grüne Superblocks Basel und der Vereinigung der KlimaSeniorinnen. Zahlreiche weitere Organisationen wie die Grünen Basel-Stadt, die Basler Sektion des Verkehrsclubs der Schweiz, die Initiative für sichere Velorouten und UmverkehR unterstützten den Protest; das Sicherheitsorchester und der Handpan-Spieler Rocco begleitete ihn musikalisch.

Rita Schiavi, Co-Präsidentin der KlimaSeniorinnen, übergab Stadtentwickler Lukas Ott einen Brief an Regierungspräsident Conradin Cramer bzw. den Regierungsrat. Die wiederholten Hitzewellen der letzten Wochen hätten gezeigt, dass eine der unerlässlichen und sofortigen Massnahmen die Entsiegelung und Begrünung der Strassen und Häuservorplätze ist, heisst es im Brief.
Schiavi und weitere Redner:innen prangerten die Untätigkeit und Unentschlossenheit der Politiker:innen an. «Die Haltung des Kantons, es brauche vorerst eine monatelange Evaluation und was danach komme, wisse man noch nicht, erinnert an die standardmässigen Aussagen von unentschlossenen Politiker:innen, die Forderungen zum Handeln vorerst damit abtun, die Situation müsse erst analysiert werden.» Der Hitzesommer mit seinen fatalen Auswirkungen besonders auch auf ältere Leute sei kein Ausnahmeereignis. Die Klimaerwärmung hat sich seit vielen Jahren abgezeichnet. «Umso bitterer ist das Versagen der Politik im Kampf gegen den Klimawandel», hiess es.
Matthias Brüllmann