Kannenfeldplatz im Dialog

Zwei heisse Junitage standen ganz im Zeichen des öffentlichen Raums: Open Square und der Quartierdialog Kannenfeldplatz.

Am 21. Juni 2026 lud der Aktionstag «Open Square – Tag des öffentlichen Raums» dazu ein, Basel aus neuen Perspektiven zu entdecken: Im Rahmen des Projekts «stadt.SICHTEN» konnten Besuchende mit einem Scherenlift den Kannenfeldplatz aus ungewohnter Höhe betrachten und in brütender Hitze Ideen für dessen Zukunft sammeln.
Nur einen Tag später, am 22. Juni, ging es auf ähnlich heissem Terrain weiter: Rund 30 Quartierbewohnende trafen sich zum Quartierdialog Kannenfeldplatz im Igelsaal – organisiert vom Stadtteilsekretariat Basel-West gemeinsam mit den neutralen Quartiervereinen St. Johann und Kannenfeld. Der Abend startete mit einem Spaziergang über den Platz: Wer ihn zu Fuss quert, merkt schnell, wo die heutige Gestaltung an ihre Grenzen stösst. Einige Ideen vom Vortag aus «stadt.SICHTEN» flossen bereits in die Diskussion mit ein.
Im Igelsaal stellten Yannic Bulliard (Amt für Mobilität) und Stefan Riedi (Lajo AG) den aktuellen Stand der Vorstudie vor – noch kein beschlossenes Projekt. Vorgesehen sind zwei Etappen: kurzfristige Massnahmen werden im Verlauf des nächsten Jahres umgesetzt. Dabei werden die beiden Velostreifen nördlich des Platzes vor der Entenweidstrasse miteinander verbunden, auf der Flughafenstrasse in südlicher Richtung eine Velo-Busspur eingerichtet und eine Fussgängerschutzinsel von der Bushaltestelle der Linie 38 zum Park erstellt. Die Umsetzung der langfristigen Bestvariante mit Aufhebung der kreiselähnlichen Führung zugunsten der Achse Kannenfeldstrasse–Flughafenstrasse, hat einen Zeithorizont von rund sieben Jahren. Ziel ist ein Platz, der Fuss- und Veloverkehr stärkt, den öffentlichen Verkehr optimiert, den Autodurchgangsverkehr ins Quartier reduziert und gleichzeitig mehr Aufenthaltsqualität schafft.
An drei Tischen wurde anschliessend angeregt – und durchaus kontrovers – diskutiert. Einig war man sich selten ganz: Während die einen die neuplatzierten Haltestellen und zusätzlichen Grünflächen begrüssten, sahen andere die Metzerstrasse zusätzlich belastet oder vermissten für sie nachvollziehbare Velolösungen. Gerade diese Vielstimmigkeit zeigte: Der öffentliche Raum ist ein Aushandlungsraum, und genau das macht Mitwirkung wertvoll.
Die nächste Planungsphase, das Vorprojekt, ist ab 2027 vorgesehen – mit einem weiteren Anlass im Quartier.

Sarah Zussy, Stadtteilsekretariat Basel-West

Schreibe einen Kommentar