
Für viele Kinder und Erwachsene ist die Bläsi-Bibliothek mehr als eine Bücherei. Das ist das Verdienst von Susanne Limacher. mozaik-Autorin Dragica Marcius hat sie in der renovierten Bibliothek besucht. Ein Porträt.

Nach dem einjährigen Provisorium im Unionssaal durfte die GGG Bibliothek Bläsi am 2. Juni 2026 wieder an ihren alten Standort am Bläsiring 85 umziehen. Breite Glasfenster umrahmen die Eingangstür, welche sich neu im Erdgeschoss befindet. Vor der Eingangstür steht ein Bänkchen. Die Sonne brennt, als ich um 14.30 Uhr vor der Tür stehe und klingle. Auch die Bibliothek hat Sommerzeit, und die bediente Bibliothek schliesst während den Schulferien um 14 Uhr. Die freundliche Bibliotheksleiterin Susanne Limacher öffnet mir die Tür und erklärt mir unterwegs in ihr Büro, dass die Bibliothek aber an Werktagen und Sonntagen ohne die Mitarbeitenden bis in die späten Abendstunden für alle Kundinnen und Kunden mit einer Bibliothekskarte zugänglich sei.
Es sei doch besser, wenn sie mich zuerst durch die renovierten Räumlichkeiten führen würde, meint sie, als es wiederum klingelt. Sie geht zurück in ihr Büro und öffnet für einen Handwerker die Tür, der im Untergeschoss die Aufhängung für einen Heizkörper installieren soll. Zu dritt stehen wir im gläsernen Lift. Besucher und Besucherinnen mit Kinderwagen, Rollatoren und Rollstühlen können nun mit dem neuen Lift problemlos in den ersten Stock gelangen. Bevor es mit der Führung weitergeht, vereinbart sie nach einer kurzen Besprechung rasch noch einen Termin mit dem Handwerker.
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Elektronische Möglichkeiten, die Medien selber auszuleihen oder zurückzugeben, Regale für Reservierungen, Tische mit den neusten Büchern und der Thekenbereich für die Mitarbeitenden der Bibliothek – all das steht im Eingang der Bibliothek. Ich sehe in der erste Etage die pädagogisch gut gestalteten Räume und Ausleihmöglichkeiten für Kinder oder Jugendliche, schaue in eine Art Wohnzimmer mit grossem TV-Bildschirm und gemütlichen Kissen, in denen Jugendliche gamen und lümmeln können. In einem anderen Raum mit Kinderbüchern und Spielen gibt es Tonies. Das sind kleine Hörfiguren, die aussehen wie Peter Pan, Pippi Langstrumpf, Globi oder Bibi Blocksberg. Diese Tonies werden auf die Toniebox gestellt, und dann gehtʼs den Figuren an die Ohren. Dort kann durch Berührung die Lautstärke eingestellt werden. Auf diese originelle Weise können Kinder Hörspiele, Kindergeschichten, Abenteuer- oder Gutenachtgeschichten hören. Auch bei den Erwachsenen gibt es neben den üblichen Bücherregalen Nonbooks wie Hörbücher und DVD. Die Bibliothek verfügt über ein grosses digitales Angebot, das von der Kundschaft genutzt werden kann.
Es gibt viel zu tun …
Ich staune über das vielfältige Arbeitspensum von Susanne Limacher. Nicht nur das Team ihrer Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen führen, den Betrieb sicherstellen, den Bestand pflegen und noch das breite Veranstaltungsprogramm für Kinder, Jugendliche und Erwachsene planen und organisieren, sondern zusammen mit ihren Mitarbeitenden Führungen für Erwachsene, Schulklassen oder Kindergartengruppen, Lesungen, Figurentheater, Vorträge und Filmnächte organisieren. Hinzu kommen Beratungen und die Lesegruppe «Sharing Stories», wo mit einem Story-Leiter oder einer Leiterin zusammen Geschichten gelesen werden und die deutsche Sprache dabei besser kennen gelernt werden kann. Susanne Limacher freut sich, dass nun auch jeweils am Donnerstag von 14 Uhr bis 17.30 Uhr ein Digi-Coach da sein wird. Der hilft bei allen Problemen mit dem Smartphone oder dem Tablet. Das ist ein reiches Arbeitspensum, das dieser engagierten Bibliotheksleiterin offensichtlich viel Freude macht.
Wie ist sie zu dem Beruf gekommen? «Eigentlich wollte eine Freundin von mir den Beruf der Bibliothekarin ergreifen, und ich habe mich dann zusammen mit ihr über diesen Beruf informiert. Am Ende habe ich gedacht: Das ist doch etwas für mich und habe dann sofort die Ausbildung begonnen!» Im Jahr 2024 hat Susanne Limacher nun schon das 40-jährige Dienstjubiläum erreicht. Ob sie zu Hause auch viel lesen würde, frage ich sie. «Ja, obwohl ich eigentlich gar nicht so viel Zeit zum Lesen habe. Ich höre aber gerne Hörbücher – dies vor allem bei der Hausarbeit.» Sie ist gerne mit Menschen zusammen und kann sich vorstellen, sich nach der Pensionierung bei einem Besucherdienst für Seniorinnen und Senioren zu engagieren. Aber das lässt sie sich noch offen.
Ich frage sie zum Schluss, ob sie sich noch etwas für die neue Bibliothek wünschen würde. «Im Sommer kühlere Räume für die Bibliotheksbesucher und Besucherinnen», antwortet sie. Ein freundliches Wort für Gross und Klein, ein kurzer Schwatz hier und dort, ist für sie und ihre Mitarbeiter und Mitarbeiterinnen selbstverständlich. Zusammen mit ihrem gesamten Team sorgt sie dafür, dass jeder Besucher des «Bläsi» das Gefühl hat, an diesem Ort willkommen zu sein.
Dragica Marcius