
Die Basler Hebelstiftung macht es möglich – eine Klanginstallation am Hebeldenkmal lässt uns den Dichter akustisch erleben.
Vor 200 Jahren ist Johann Peter Hebel verstorben, der Dichter unseres «Z’Basel am mym Rhy» – und er bleibt unvergessen. Nicht nur dank des entsprechenden FCB-Fangesangs oder des gleichnamigen Fasnachtsmarschs. Einzigartig ist sein Epos «Vergänglichkeit», eine Vision vom Untergang unserer Stadt, die einen erschauern lässt.
Hebels Werke im Internet https://hausen.pcom.de/jphebel/
Geboren wurde der spätere Theologe und Lehrer am 10. Mai 1760 in Basel in der St. Johanns-Vorstadt (heute Totentanz 2), wo seine aus Hausen im Wiesental stammenden Eltern im Sommer im Patrizier-Haus Iselin-Ryhiner arbeiteten. Der junge Hebel besuchte die Schulen abwechslungsweise in Hausen und in Basel. Der stete Wechsel vom bescheidenen Elternhaus zum Wohnsitz vornehmer Basler Herrschaften hat schon früh seinen Blick geschärft und ihn geografische Grenzen und gesellschaftliche Barrieren leicht überbrücken lassen. Von der Regio Basiliensis war damals noch keine Rede, aber in seinen vielfach im alemannischen Dialekt verfassten Dichtungen hat er den Weg dazu bereitet.
Hebel spricht
Anlässlich des 200. Todestages des Dichters hat die Basler Hebelstiftung eine Klanginstallation und ein «Hebel-ABC» unter dem Titel «Hebel spricht»bei seinem Denkmal am Petersplatz geschaffen. Die Büste erzählt, fragt, zweifelt, stolpert und staunt. Mit einer pointierten Textauswahl wird Hebel mit dieser Installation «zum Sprechen gebracht».
Die Verbindung des historischen Denkmals mit überraschender Szenografie und Audio-Technik macht das Projekt zu einem sinnlichen Hörerlebnis im öffentlichen Raum und verleiht dem Peterskirchplatz besondere Aufenthaltsqualität. Hebels lebenspralles und sprachlich kraftvolles Werk wird für ein breites, auch jüngeres Publikum zugänglich gemacht – die Aktualität seiner Themen und seiner Erzählweise wird unmittelbar erfahrbar.
In 26 Buchstaben auf den Punkt gebracht
Das Hebel-ABC ergänzt die Klanginstallation und bringt den Dichter in 26 Buchstaben auf den Punkt. Von A bis Z, von Courage, Europa, Klima bis Landwirtschaft usw. zeigt das Alphabet, wie aktuell Hebel ist. Wer liest, merkt schnell: Hebel war in manchem früher dran als wir.
Als Johann Peter Hebel werden die Profi-Schauspieler Erik Brünner (hochdeutsch) und David Bröckelmann (alemannisch) den Dichter für ein grosses Publikum lebendig werden lassen. Dank eines vielfältigen Rahmenprogramms wird der Peterskirchplatz zum Treffpunkt und zur Kulturbühne, auch in Kooperationen mit dem Tanzfest Basel im Mai und dem Jodlerfest im Juni.
Edith Schweizer-Völker
Veranstaltungen
«Hebel spricht», Einweihung der Jubiläums-Installation: Mittwoch, 15. April, 19 Uhr, Hebeldenkmal bei der Peterskirche (bis 15. November).
Basler Hebelschoppen in der Peterskirche: Uraufführung des Chorwerks «Vergänglichkeit»von Silvan Loher sowie Rap nach Hebeltexten, Big Band und Orgelmusik. Beteiligte: Männerstimmen Basel, Rapper Black Tiger, Clara Vetter und Jazz Academy Big Band. Dienstag, 5. Mai, 19 Uhr, Peterskirche Basel.
Hebelfest in Hausen zum Geburtstag Johann Peter Hebels. Umzug und Festbetrieb. Festakt um 11 Uhr. Sonntag, 10. Mai. Ganztags. Festhalle in Hausen im Wiesental.
Weitere Veranstaltungen in Basel und der Regio: www.hebelstiftung.ch