
Über die historische Holzbrücke geht’s von Stein ins Herz der Altstadt von Bad Säckingen. Mit dem Münster St. Fridolin und dem Schloss Schönau hat das Stächen viel zu bieten.
Fährt man mit der Bahn dem Rhein entlang nach Stein, sind von weit her schon die hellen Türme des Säckinger Münsters St. Fridolin zu sehen. Der gewaltige, im 17. und 18. Jahrhundert im Barockstil erneuerte Kirchenbau erinnert an die Bedeutung des einstiges Stiftes, das zur Gründung der Stadt geführt hat; erstmals urkundlich erwähnt wird sie im Jahr 878. Es war der Mönch Fridolin, der im 6. oder 7. Jahrhundert aus Irland herkommend hier auf der damaligen Rheininsel das Kloster gründete, das den Grundstein bildete zur Christianisierung der Alemannen. An der Decke des Münsters kann man die Lebensgeschichte von Sankt Fridolin nachverfolgen.
Sankt Fridolin, auch Landespatron von Glarus

Die Reliquien des Heiligen werden in einem kostbaren Silberschrein im Säckinger Münster aufbewahrt. Diesen brachte die Äbtissin des Klosters im Dreissigjährigen Krieg nach Glarus in Sicherheit. Der Kanton trägt trotz der Reformation Sankt Fridolin als Landespatron in seinem Wappen, soll der Heilige doch den Glarnern bei der Schlacht von Näfels 1388 zum Sieg verholfen haben. Wenn alle Jahre am 6. März das Fest des Heiligen in Säckingen gefeiert wird, kommt noch immer jeweils auch eine Delegation von Glarus zu Besuch.

Seit dem 10. Jahrhundert reisen Pilger zu Sankt Fridolin, und der Strom hat bis heute kaum nachgelassen. Das Kloster allerdings wurde 1806 aufgehoben, als der Breisgau an das Grossherzogtum Baden fiel. Auch am ersten Fridolinsfest nach dem 2. Weltkrieg 1946 sollen aus der Schweiz unzählige Besucher gekommen sein, die bei dieser Gelegenheit der notleidenden Bevölkerung Gaben mitbringen konnten.

Schloss Schönau und der Trompeter von Säckingen
Eine weitere Sehenswürdigkeit in der kleinen Kur- und Kulturstadt bildet Schloss Schönau in seinem grossen Park, wo Konzerte und Open-Airs stattfinden. Im Museum wird an über 250 Trompeten die Entwicklung des Instruments im Lauf der Zeit aufgezeigt. Vor allem wird hier jedoch die Geschichte vom sagenhaften Trompeter von Säckingen dokumentiert, die der Dichter Joseph Victor von Scheffel 1854 in einem Versepos verfasst hat. Der damals weitherum berühmte Schriftsteller hat der Erzählung zu internationaler Berühmtheit verholfen, so dass sie schliesslich in Säckingen zur lokalen Sage wurde. Zum 200. Geburtstag des Dichters findet dieses Jahr am 27. Juni ein grosses Stadtfest statt.
Grandiose Fasnacht in Bad Säckingen
Nicht verpassen sollte man im nächsten Jahr die berühmte Fasnacht von Bad Säckingen, die jeweils schon am «1. Faisse Donnerstag», vier Wochen vor Aschermittwoch, mit dem spektakulären Narrenbaumstellen vor dem Münster eröffnet wird. Am Rhein steht der historische Gallusturm, in dem sich die Narrenzunft verschanzt hat. Die Säckinger Narren sind Meister im Intrigieren, wenn sie als Hotzenwälder Bauern ohne Larven, aber mit gerusstem Gesicht unterwegs sind und Beizen, Läden und Passanten unsicher machen. Wer dran kommt, wird schliesslich mit einem Happen Brot mit Wurst aus dem Rucksack besänftigt und ein Schluck «Bränz» bringt die Welt wieder in Ordnung. Es gibt Umzüge, Strassenfasnacht und Maskenbälle, bis nach drei Wochen Narrenfreiheit die «Hüüler» durch die Gassen schleichen und auf dem Rathausplatz der «Böög» verbrannt wird.
Text: Edith Schweizer-Völker
Praktisches
Anfahrt: Ab Badischer Bahnhof bis Bad Säckingen oder mit SBB bis Stein und 20 Gehminuten über die historische Holzbrücke ins Stadtzentrum