
Der Dorfverein Pro Kleinhüningen erlebt den Wandel aus nächster Nähe. Die Pläne für Klybeck und Hafen machen Mut: viel Grün, neue Wege, die Chance, dass sich unser Quartier behutsam weiterentwickelt.
Wer in Kleinhüningen wohnt, weiss: Stillstand war hier noch nie Programm. Der Stadtteil hat sich immer wieder neu erfunden. Vom Fischerdorf zum Industriequartier, vom Randgebiet zum Ort mit überraschend viel Leben. Nun steht der nächste grosse Schritt an, und er trägt einen Namen, der ein wenig nach Baustelle klingt: Stadtentwicklung Klybeck-Kleinhüningen.
Die vorgestellten Pläne sind ambitioniert. Der Hafen wird neu organisiert, die Hafenbahn verlegt, damit Raum entsteht für Wohnungen, Arbeitsplätze und öffentliche Freiräume. Das klingt nach grosser Kelle, wirkt aber erstaunlich durchdacht. Der Hafen bleibt, was er ist – ein zentraler Wirtschaftsfaktor –, soll aber effizienter und besser in den Stadtteil eingebettet werden. Für ein Quartier, das seit Jahrzehnten mit Schwerverkehr lebt, ist das keine kleine Hoffnung.

Spannende Entwicklung …
Besonders spannend finden wir, was entlang des Rheins geplant ist. Klybeckquai und Westquai sollen sich öffnen, zugänglicher werden, grüner. Wer heute schon am Wasser spaziert weiss, welches Potenzial hier schlummert. Dass künftig mehr Menschen diesen Raum nutzen können, ohne den Hafenbetrieb zu verdrängen, wäre ein echter Gewinn – nicht nur für Kleinhüningen.
… weckt Erwartungen
Auch das Projekt „«Klybeckplus“» weckt Erwartungen. Neue Gebäude, Quartierzentren und viel Grün sollen entstehen, gleichzeitig will man Bestehendes respektieren. Natürlich wird sich das Quartier verändern, aber immerhin wird offen darüber gesprochen, dass Identität mehr ist als Architektur. Dass Sanieren Vorrang vor Abriss hat und Klimaziele ernst genommen werden, ist ein Zeichen dafür, dass hier nicht nur neu, sondern auch klug gebaut werden soll.
Im Alltag besonders spürbar dürfte die geplante Aufwertung des öffentlichen Raums werden. Mehr Bäume, entsiegelte Flächen, sichere Fuss- und Velowege und weniger Durchgangsverkehr. Das sind keine abstrakten Visionen, sondern konkrete Verbesserungen. Wenn die Kleinhüningerstrasse tatsächlich ruhiger und grüner wird, hätte das direkte Auswirkungen auf die Lebensqualität.
Ermutigend ist auch, dass die Bevölkerung einbezogen wird. Beteiligungsanlässe, Gespräche im Quartier und eine öffentliche Planauflage zeigen: Die Entwicklung soll nicht über die Köpfe der Menschen hinweg passieren. Bis zu den politischen Entscheiden bleibt noch Zeit, und Geduld wird nötig sein.
Klybeck-Kleinhüningen steht vor Jahren des Wandels. Nicht alles wird sofort sichtbar, nicht alles perfekt. Aber aus der Perspektive einer Person, die hier lebt, überwiegt das Gefühl, dass diese Entwicklung eine echte Chance ist: für ein Quartier, das seine Geschichte kennt und trotzdem Lust auf Zukunft hat.
Text: Christian Döbeli und Dunja Stäheli, Vorstand Dorfverein Pro Kleinhüningen